Dorothee Pilavas · Text - Beratung - Konzeption
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Meine Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,

mein Name ist Susanne Teehankee. Ich bin die Inhaberin der Buchhandlung Mander und darf Sie ganz herzlich zu unserer Dichterlesung in der Kulturscheune begrüßen. Ein besonderes Willkommen gilt natürlich unserem heutigen Gast: Herrn Wolfgang Büscher, der uns gleich sein neuestes Buch vorstellen wird.

Wolfgang Büscher als Gast zu bezeichnen, ist nicht ganz richtig. Denn er hat hier eigentlich ein Heimspiel. 1951 in Volkmarsen geboren, wuchs er in Breuna auf und besuchte die Wilhelm-Fichtner-Schule in Wolfhagen. Er ist gewissermaßen ein Kind dieser Stadt, und deshalb freut es mich ganz besonders, dass er heute zu uns in seine alte Heimat gekommen ist.

Zum Studium zog es Wolfgang Büscher nach Marburg, wo er sich mit Politischen Wissenschaften beschäftigte. Dann ging es weiter nach Berlin. Dort war er als freier Journalist für verschiedene Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazine tätig - unter anderem für den "Spiegel", das "Zeit-Magazin" und für "Geo". Seit 1998 schreibt er für die Tageszeitung "Die Welt" und ist dort Ressortleiter für den Bereich "Reportagen und Magazine". 2002 erhielt er den Theodor-Wolff-Journalistenpreis.

Von Wolfhagen nach Berlin - das sind rund 200 Kilometer in Richtung Osten. Aber das war Wolfgang Büscher noch nicht genug. Weiter nach Osten wollte er, ganz tief hinein in die Faszination des Unbekannten - bis in die Weiten Russlands. Und eines Tages hat er seine Idee wahrgemacht und ist losgezogen. Nicht etwa mit dem Auto, dem Zug oder dem Flugzeug. Gelaufen ist er. 2.500 Kilometer zu Fuß, immer geradeaus, bis nach Moskau - ausgerüstet mit einem Rucksack, einem Notizbuch und viel Neugier auf diese fremden Länder, die er durchquerte, auf ihre Menschen und ihre Geschichte.

Von dieser abenteuerlichen Reise handelt Wolfgang Büschers jüngstes Buch: "Berlin - Moskau. Eine Reise zu Fuß". Und von seinen Erlebnissen und Erfahrungen während dieser Reise wird er uns heute Abend berichten. Sein Buch wurde mit dem Tucholsky-Preis ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es:

"Auf einer Fußreise von 82 Tagen hat Wolfgang Büscher mit untrüglichem Spürsinn für den Humor des Grotesken und den Witz des Absurden einen riesigen Raum voller Abenteuer und historischer Reminiszenzen erkundet. Dieser Reporter hat sich einer Abenteuer- und Parzivalprobe ausgesetzt. Büscher bewegt sich damit auf der Gegenrichtung unserer routinierten Aufmerksamkeit - als fußläufiger Souverän im Geschichtsatlas, dessen Ostseiten wir nur zu gerne überblättern."

Bevor wir nun gleich eintauchen werden in dieses Abenteuer, möchte ich mich noch ganz herzlich bedanken:

Nun aber: Auf nach Moskau. Herr Büscher - Sie haben das Wort.

Juni 2004

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